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Hilfreiche Tipps vom Gummikettenhersteller

Originalhersteller sowie Hersteller von Gummiketten investieren erhebliche FuE-Ressourcen und -Mittel in die Verbesserung von Gummiketten und Fahrwerken. Ihr wesentliches Anliegen ist das Erzielen einer längeren Nutzungsdauer der Ketten bei gleichzeitiger Behebung von Problemen wie vorzeitiger Abnutzung sowie Schnitten und Rissen der Kettenoberfläche. Aber legen auch die Besitzer der Maschinen ein vergleichbares Engagement an den Tag, um das Beste aus ihren Ketten zu machen? Die Wartung der Gummiketten wird von Maschinenbesitzern häufig vernachlässigt; oder diese verfügen nur über mangelhafte Kenntnisse in Sachen Gummikettenwartung: so die Ergebnisse einer vom Ketten- und Reifenhersteller McLaren Industries durchgeführten Umfrage. Das Unternehmen fragte 1000 Gummikettennutzer in den USA und Europa, wie sie ihre Gummiketten pflegen und wie sich diese in für das Fahrwerk gefährlichen Situationen verhalten. Ausgehend von diesen Ergebnissen stellte McLaren einige einfache Richtlinien vor, mit deren Hilfe jeder Maschinenführer die Nutzungsdauer seiner Gummiketten verlängern kann. „Es ist so einfach, ein wenig behutsamer mit den eigenen Maschinen mit Gummiketten umzugehen. Sie haben gesehen, was passieren kann. Maschinenführer fahren über Flächen, die sie meiden sollten, das Gummi reißt oder bröckelt — oder gar Schlimmeres.“, erklärt Kiyotaka Enari, Kundendienstleiter bei McLaren. „Ergreifen Sie die Initiative, ergreifen Sie Maßnahmen, um die Maschine vorzeitig auf ungünstige Einsatzbedingungen vorzubereiten, schulen Sie Ihr Personal in der Bedienung von Maschinen mit Kettenantrieb.“

Halten Sie das Fahrwerk instand
Wenn Teile des Fahrwerks beginnen, Abnutzungserscheinungen erkennen zu lassen, tauschen Sie diese unverzüglich aus. Abgenutzte Zähne können Glieder aus der Kette reißen, verschlissene Laufrollen können die Lauffläche der Kette zerschneiden und so schwere Schäden verursachen. Darüber hinaus ist es wichtig, zur Reinigung des Fahrwerks einen Hochdruckreiniger zu verwenden. Die Vernachlässigung der Reinigung kann zu Ausfällen der Rückstoßmechanismen, damit zum Reißen der Kettenbänder führen.

Vermeiden Sie zu starke Spannung
Ziehen Sie stets die Betriebsanleitung des Originalherstellers zurate, um die richtige Spannung einzustellen, da unterschiedlich große Maschinen unterschiedlich starke Spannung benötigen. Überprüfen Sie die Kettenspannung wöchentlich. Obwohl verbreitet angenommen wird, eine hohe Spannung würde die Haltbarkeit der Kette erhöhen, ist dem nicht so. Etwas Spiel ist erforderlich, damit sich die Kette nicht wie ein zu stark aufgepumpter Reifen verhält. Im umgekehrten Fall können zu lockere Ketten die Zähne des Laufrades des Planetengetriebes beschädigen.

Bleiben Sie in der Spur
Spurabweichungen können katastrophale Schäden an den Gummiraupen verursachen, wobei die Schwere mit der Dauer der weiteren Laufzeit der Maschine zunimmt. Während ein erfahrener Maschinenführer eine teilweise aus der Spur gelaufene Maschine mit ein paar Manövern wieder fit machen kann, muss eine Maschine mit völlig verrutschten Ketten auf festen, ebenen Untergrund bewegt werden, um die Ketten wieder in die richtige Position zu bringen.

Fahren Sie nicht über Bordsteinkanten
Das Überfahren von Bordsteinkanten setzt die Ketten übermäßigen Belastungen aus, die zum Abspringen der Ketten führen können. Auch wenn die Kette an Ort und Stelle verbleibt, kann die Belastung das Gummi reißen lassen. Dies löst einen Dominoeffekt aus: Gummifragmente lösen sich ab, wodurch die innen liegenden Stahlbänder Feuchtigkeit ausgesetzt werden, was wiederum zu Korrosion und schließlich zu einem Ausfall der Kette führt.

Fahren Sie vorsichtig
Denken Sie immer daran, dass scharfkantige Objekte zu meiden sind, obwohl Ketten im Gegensatz zu Luftreifen keinen Plattfuß bekommen können. Grobes Geröll kann Gummistücke ablösen, somit die Wirksamkeit der Kette mindern und sogar die innen liegenden Stahlbänder beschädigen. In schroffem Gelände sind Stahlketten möglicherweise die bessere Wahl.

Verhindern Sie Verunreinigungen
Chemikalien Öl, Salz und Stalldünger sowie andere aggressive Umweltfaktoren können an einem Kettensatz verheerende Schäden bis hin zur Zersetzung des Gummis anrichten. Meiden Sie diese Substanzen, wann immer möglich. Achten Sie überdies auch auf Hydrauliköl und Schmiermittel, die von der Maschine auf die Kette tropfen können. Wenn Ketten mit solchen Substanzen in Berührung kommen, sollten Sie sie sofort danach abspülen.

Prüfen Sie die Größe
Vergewissern Sie sich, dass die Kettengröße der Motorleistung der Maschine entspricht. Ist die Motorleistung größer als für die Kettenspannung zuträglich, kann es zu Kettenschlupf – und anschließenden Verschleißschäden — kommen.

Schauen Sie möglichst immer nach vorn
Rückwärtsfahren setzt die Ketten — insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten — unnötigen Belastungen aus, da sie für Vorwärtsbewegung entwickelt wurden. Das Anbringen eines entsprechenden Hinweises am Armaturenbrett kann helfen, die Maschinenführer daran zu erinnern.

Wechseln Sie regelmäßig die Seiten
Gummiketten sollten von Zeit zu Zeit die Seiten tauschen, damit sich die Laufflächen gleichmäßig abnutzen. Wenn Ketten ausgetauscht werden müssen, ersetzen Sie immer beide auf einmal. Die Erneuerung nur einer Kette kann zu Ausrichtungsproblemen führen und das Fahrwerk in Mitleidenschaft ziehen.

Bleiben Sie locker
Unabhängig von der Art des Fahrwerks nutzen sich Gummiketten mit zunehmender Einsatzzeit ab. Möglichst wenig Fahrleistung verringert die Abnutzung. Vermeiden Sie zudem das Befahren von Gefällestrecken sowie schnelle scharfe Kurven: Rasantes Fahren beschleunigt den Verschleiß.

Verhindern Sie direkte Sonneneinstrahlung
Wenn die Maschine über längere Zeit abgestellt wird, sorgen Sie dafür, dass sie im Schatten steht. Alternativ decken Sie die Ketten mit einer Plane oder einem Tuch ab. Sonnenlicht ist der Feind aller Gummierzeugnisse einschließlich Gummiketten. Allein diese Vorsorgemaßnahme kann die Standzeit einer Kette bereits verdoppeln.

Lagern Sie die Ketten sachgemäß
Nicht verwendete Ketten sind in einer kühlen und trockenen Umgebung aufzubewahren, sie sollten entspannt auf ihre Seiten gestellt werden, um Bildung von Einformungen und Falten zu verhindern. Wenn die Minibaggerketten an der Maschine verbleiben, nehmen Sie diese mindestens einmal alle zwei Wochen etwa fünf Minuten lang in Betrieb, um die Beweglichkeit der Ketten aufrechtzuerhalten und etwaigen Verformungen vorzubeugen. Weist das Gummi einer Kette an seiner Oberfläche Risse auf, sind diese reparabel, auch wenn die Reparatur häufig nur vorübergehende Wirkung hat. Ist die Beschädigung der Kette so schwerwiegend, dass die innen liegenden Stahlbänder bereits brüchig geworden sind, muss der komplette Kettensatz ausgetauscht werden. Es ist einfacher, schneller und preiswerter, wenn derartige Schäden schlicht verhütet werden können.